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Biographie von Pater Marie-Dominique Philippe

Pater Marie-Dominique Philippe


Marie-Dominique Philippe wurde am 8. September 1912 im nordfranzösischen Cysoing geboren. Er war das achte von zwölf Kindern; zwei seiner Brüder wurden ebenfalls Dominikaner, vier Schwestern traten in kontemplative Frauenorden ein.

Im Jahr 1930 trat Philippe bei den Dominikanern in Amiens ein, seine Studien absolvierte er in Belgien. Im Juli 1936 wurde er zum Priester geweiht. Es folgte eine Lektorats-Arbeit in Philosophie und eine theologische Dissertation. Ab 1939 lehrte er Philosophie und Theologie im ordenseigenen Studienhaus in le Saulchoir d’Etiolles bei Paris und von 1945 bis 1982 war er Philosophieprofessor an der Universität in Fribourg.

Von Anfang an lag P. Philippe viel an einer Erneuerung der philosophischen und theologischen Studien durch eine „Besinnung auf die Wurzeln“: die „Erfahrung“ im Sinne von Aristoteles und der „kontemplative Glaube“ auf den Spuren des Kirchenlehrers Thomas von Aquin und des Apostels Johannes, dessen Schriften ihn faszinierten und begleiteten. Die Suche nach der Wahrheit in den drei Bereichen der Weisheit – Philosophie, Theologie und Mystik – prägte sein Leben.

Parallel zu seiner universitären Lehrtätigkeit war „Pater Marie-Do“, wie er von seinen Schülern liebevoll genannt wurde, als Referent tätig. Seine Zuhörerschaft war vielfältig: Familien und junge Menschen, Unternehmer und Gewerkschaftler, Psychologen und Ärzte, Künstler u.v.m. Er hielt Einkehrtage und Exerzitien in vielen Klöstern sowie in den „Foyers de Charité“, vor allem in Châteauneuf-de-Galaure, wo die Mystikerin Marthe Robin lebte, aber auch in französischsprachigen Ländern Afrikas.

Ab 1949 veröffentlichte er über 35 Werke in Philosophie, Theologie und Spiritualität, wovon einige in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Dazu kommen zahlreiche Artikel. Die Themen reichen von Metaphysik und Philosophie der Kunst über das Johannesevangelium, das Geheimnis Christi und der Gottesmutter Maria bis zur Familie etc.

1975 gründete P. Philippe – auf Anregung französischer Studenten – in Fribourg die Gemeinschaft der Johannesbrüder; wenige Jahre danach erfolgte die Gründung der Johannesschwestern mit dem kontemplativen und apostolischen Zweig. Zusammen mit den Oblaten, d. h. den Laien, die sich der Gemeinschaft anschließen, bilden sie eine neue geistliche Familie in der Kirche, die Familie des Heiligen Johannes.

Nach seiner Emeritierung 1982 zog M.D. Philippe mit der jungen Gemeinschaft nach Frankreich. Als Generalprior leitete er die stark wachsende und sich weltweit ausbreitende Johannesgemeinschaft und lehrte Philosophie und Theologie in deren Ausbildungshäusern in Rimont (Bourgogne) und Saint Jodard (Loire). Seit 1974 verband ihn eine tiefe Freundschaft mit Karol Wojtyła.

2001 folgte ihm P. Jean-Pierre-Marie als Generalprior nach. P. Philippe vermittelte weiterhin unermüdlich den Mitgliedern der Gemeinschaft die Ergebnisse seiner philosophischen und theologischen Forschungen. In dem 2005 erschienenen Band „Retour à la source“ ist seine philosophische Reflexion über die menschliche Person dargelegt.

Im Juli 2006 erlitt er einen Gehirnschlag und verbrachte die letzten Wochen seines Erdenlebens auf dem Krankenlager, in schweigender Erwartung der Begegnung mit seinem geliebten Herrn und Gott.

Am 26. August 2006 ging P. Marie-Dominique Philippe zum Vater heim.

Das Requiem feierte Kardinal Philippe Barbarin am 2. September in der Kathedrale von Lyon. An der Feier nahmen zehn Bischöfe (darunter der apostolische Nuntius Fortunato Baldelli), drei Äbte und 230 Priester (davon 100 von der Johannesgemeinschaft) teil sowie 500 Schwestern und Brüder der Johannesgemeinschaft, mehrere hundert Säkularoblaten der Gemeinschaft, Ordensfrauen verschiedener Kongregationen und zahlreiche andere Personen. Insgesamt waren ungefähr 2500 Personen anwesend. Nach der Seelenmesse wurde P. Philippe im Kreis der Johannesgemeinschaft auf dem Friedhof des Mutterhauses in Rimont beigesetzt.

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Interview mit P. Marie-Philippe Dominique aus dem Jahr 1987 (in Französisch)

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