Jesus zog sich immer wieder an einsame Orte zurück, um zu beten. So ziehen sich auch die Brüder inmitten ihres apostolischen Lebens zurück, um die schweigende Anbetung und die Kontemplation brennend zu erhalten.
Die erste Berufung eines jeden Bruders besteht darin, sich Gott ganz hinzugeben. Mit der Wahl des in Gott verborgenen Lebens wird die “Wüste” zuerst innerlich gelebt. Deshalb wird auch in allen Niederlassungen ein Tag in der Woche als sog. “Wüstentag” freigehalten. Inmitten der vielfältigen Tätigkeiten wird dadurch dieses verborgene Leben in Gott genährt. An diesem Tag werden die Mahlzeiten nicht gemeinsam eingenommen und das Stundengebet wird privat gebetet. Der Wüstentag ist ganz der persönlichen Ausrichtung auf Gott geweiht.
Einige Häuser der Gemeinschaft sind ausschließlich diesem “Wüstenleben” gewidmet. Eines davon ist besonders für die Novizen gedacht, die dort zwei Monate ihres Noviziats verbringen. In diesen Zeit der Wüsten können die Brüder erkennen, daß all ihr Tun nur dann fruchtbar sein kann, wenn sie in einer tiefen persönlichen Verbindung zu Christus leben.